Die
Hauptstufe beginnt in der Regel mit dem fünften Schulbesuchsjahr und dauert in
der Regel 5 Jahre. Für die meisten der Schülerinnen und Schüler, die den
Hauptschulabschluss erreichen oder ein Abschlusszeugnis der Förderschule
erhalten, endet nach der Hauptstufe die Schulzeit an der Schule für
Körperbehinderte. Sie wechseln in eine berufliche Ausbildung oder nehmen an
einer berufsvorbereitenden Maßnahme in einer anderen Einrichtung teil.
Diejenigen Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihrer Behinderung zu diesem
Zeitpunkt keine oder noch keine Ausbildung machen können, besuchen im Anschluss
an die Hauptstufe die Praxis- oder Berufsschulstufe der Schule.
Ein
wichtiges Ziel der Hauptstufe auf der einen Seite die Vermittlung von
Kulturtechniken und Allgemeinwissen, auf der anderen Seite geht es darum, die
Schülerinnen und Schüler individuell auf eine möglichst selbständige
Lebensführung nach der Schule vorzubereiten.
Dazu
gehören:
·
Stärkung des Selbstvertrauens
·
Förderung der Selbständigkeit
·
Entwicklung einer realistischen Selbsteinschätzung.
·
Annehmen der eigenen Behinderung
·
Verhalten in der Öffentlichkeit
·
Vorbereitung auf Arbeit und Leben nach der Schulzeit
Die im
engeren Sinn schulischen Lerninhalte orientieren sich an den jeweiligen
Bildungsplänen der Haupt- und Förderschule und der Schule für Geistigbehinderte.
Diese Bildungspläne geben für die verschiedenen Fächer bzw. Fächerverbünde und
Kompetenzen verbindliche Zielvorgaben an. Diese gehen von den individuellen
Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler aus und werden in Projekten und
in für die Schüler wichtigen nachfolgend aufgezeigten Handlungsfeldern
unterrichtet.
Vorbereitung auf Arbeit und Leben nach der Schule
Die
Schülerinnen und Schüler bekommen die Möglichkeit, durch verschiedene,
unterrichtlich begleitete Projekte zum Thema Arbeit ihre individuellen
Berufswünsche realitätsnah zu überprüfen und zu einer angemessenen
Selbsteinschätzung zu gelangen.
Begleitet
wird die Eingliederung in die Arbeitswelt durch Elternabende, erste Praktika
und Kontakte zur Berufsberatungen der Agentur für Arbeit und eine intensive
Kooperation mit nachschulischen Einrichtungen.
Die
Schülerinnen und Schüler sind an allen Gesprächen beteiligt, damit sie die
Fragen über zukünftige Lebensgestaltung soweit wie möglich bewusst entscheiden
können.
Wohnen
Zusammen
mit drei weiteren Stuttgarter Sonderschulen wurde eine Trainingswohnung
eingerichtet. Durch Probewohnen sollen Schülerinnen und Schüler nachschulische
Möglichkeiten kennen lernen und Erfahrungen machen können.
Das soll
es ihnen später erleichtern, die für sie geeignete Lebens- und Wohnform zu
finden.
Erwachsen werden
Das
Erwachsen werden unter den erschwerten Bedingungen einer Behinderung bedarf
einer besonders einfühlsamen und langfristigen Begleitung.
Dazu
gehört: Das Herstellen tragfähiger, sozialer Kontakte sowie der Umgang mit der
eigenen Behinderung. Dies wird unterstützt durch:
Begegnungsmaßnahmen
mit nichtbehindertern Jugendlichen im Rahmen verschiedener Kooperationen mit
Regelschulen und außerschulischen Partnern
·
Durch Schullandheimaufenthalte
·
Jugendhausbesuche
·
Kontakte zu Vereinen
·
Training im Fitnessstudio
Weiter
gibt es Angebote aus den Bereichen
·
Der Erlebnispädagogik (Klettern, Skifahren)
·
Der Theaterarbeit (eigene Stücke entwickeln und spielen, Theaterkarussell)
·
Der bildenden Kunst
Diese
Aktivitäten unterstützen den Aufbau eines positiven Selbstwertgefühls.
Kooperation:
Seit dem
Schuljahr 2007/2008 kooperiert die Schule für Körperbehinderte auf vielfältige
Weise mit der freien evangelischen Schule, die sich auf dem gleichen
Schulgelände befindet. Gemeinsame AG’s Klassenpartnerschaften, gemeinsame
Unternehmungen und Unterrichtsprojekte bieten neue Lebenserfahrungen für alle
beteiligten Schüler. Die Schülerinnen und Schüler der Hauptstufe profitieren bei
der Suche nach eigenen zukunftsweisenden Lebenskonzepten in besonderer Weise.
Sie erfahren sich als gleichwertige Lernpartner. Darüber hinaus besteht für
einzelne Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, zeitweise am Fachunterricht
der freien evangelischen Schule teilzunehmen. Hier haben sie die Möglichkeit,
ihre eigene Leistungsfähigkeit besser einschätzen zu können.
Ein
weiteres Projekt ist die intensive Zusammenarbeit mit Fachleuten der
Beratungsstelle pro familia, die ebenfalls seit dem Schuljahr 2007/2008
besteht.
Im Rahmen
des Sexualkundeunterrichts unterstützt pro familia mit individuell
zugeschnittenen Angeboten die Schülerinnen und Schüler in geschlechtsgetrennten
Gruppen auf dem Weg zum Erwachsen werden. Darüber hinaus bietet pro familia
an der Schule ab dem Schuljahr 2009/2010 Informationsveranstaltungen bzw.
Fortbildungen für Eltern und Lehrer an.
Zusammenarbeit mit den Eltern:
Von
großer Bedeutung ist die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus – jeweils
unter Einbeziehung der oben genannten sonstigen Partner.
Diese
Zusammenarbeit dient der gemeinsamen Planung und Abstimmung der jeweils nächsten
Schritte der schulischen Förderung und der nachschulischen Berufs- und
Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler.
© Hauptstufenteam Dezember 2009